Samstag, 5. Juni 2010

Productcamp Berlin - Was bewegt den PM?

Heute ist es also so weit, das erste Productcamp in Berlin findet statt. Mit viel Aufwand vorbereitet sind geschätzt 100 Leute an diesem ersten Sonnensamstag seit Monaten in dei Räume von Zanox gekommen.
Ich habe einen  kleinen SEO Vortrag in der Tasche, vielleicht finden sich ja ein paar Interessenten für das Thema & für die Suite.
Nach dem Frühstück - sehr lecker gesponsort von meinem alten Arbeitgeber ImmoScout - geht es los.
Bisher ist nichts geplant. Es gab eine Liste mit Themen zur Abstimmung auf der Webseite vorab, jetzt muss allerdings jeder selbst sein Thema noch mal vorstellen. Die Chance jetzt abzuspringen habe ich nicht genutzt.  
Ca. 20 Leute tragen ihre Themen vor, manche sogar zwei. Die Beteiligung ist also sehr gut. Bei mir melden sich eine Hand voll Leute.
Für den Nachmittag gibt es noch ein spezielles AdOn. Eine Demo sowohl auf der Straßen- aels auch auf der Wasserseite ist angekündigt - Media Spree entern - da sitzen wir ja im richtigen Gebäude.

Welche Temen sind wirklich interessant?
Der Fokus liegt ganz klar auf der eigentlichen Produktentwicklung. Hier einige Themen: User Centered Design, Scrum, Produktmanager vs. Product Owner, die perfekte Userstory, Productmanagement in startups, Tools für Produktmanager, Design Thinking.

Gehirnströme qualifizieren Eyetracking
Für die erste Session habe ich mir die Session von SirValuse ausgesucht. Die messen neuerdings zusätzlich im Eyetracking, dem Blutdruck auch noch die Gehirnströme um herauszufinden, wie positiv oder negativ die Probanden über Produkte oder Webseiten fühlen.
Man muss angeblich niemanden mehr in die Röhre schieben, um die Gehirnströme zu messen und um sie zu bewerten benötigt man auch keinen Mediziner mehr. Das macht jetzt das EmSense Enable(TM) Headset zusammen mit der mitgelieferten Software.
Dem Probanden werden Webseiten gezeigt und die positiven bzw. negativen Gefühle werden aufgezeichnet. Zusammen mit dem Eyetracking werden die Daten aggregiert ausgewertet, so dass Aussagen über die emotionale Wirkung von Webseiten oder einzelnen Elementen getroffen werden können.
Die Auswertung sieht ähnlich wie eine Headmapaus, allerdings angeblich sehr detailliert für die einzelnen Elemente von Webseiten. Mit positiven Emotionen belegte Elemente sind grün, mit negativen Emotionen belegte Elemente rot. Im Beispiel ist die Navigation grün, der Inhalt rot markiert. Die hier untersuchte Webseite dürfte ein Problem haben.
Obwohl es fraglich ist, wie genau die Untersuchung durchgeführt wird, was genau gemessen wird und wie genau man zu dieser einfachen Auswertung - grün=gut und rot=schlecht kommt, ist der Ansatz natürlich interessant. Natürlich wäre es interessant zu wissen, wie Kunden bestimmte Elemente der Produkte "erfühlen". Ob eine positive Emotion dann auch die Nutzung nach sich zieht wäre interessant zu wissen. Ein Vergleich von gleichen Produkten wäre auch interessant. Vielleicht kann man so tatsächlich herausfinden, welche Elemente einzelner Produkte Kunden tatsächlich positiv bewerten, emotional und nicht intellektuell. Leider ist das nicht ganz kostenlos, ein Vergleich von zwei Seiten mit 200 Probanden kommt dann schnell auf 55K.

Produktmanagement und SEO
Das Interesse von Produktmanagern an Daten aus den Suchmaschinen ist relativ gering. So auch heute. Es war dennoch eine gute Session, allerdings eher eine Diskussionsrunde. Denn: das Netzwerk funktioniert nicht! Das ist wirklich ärgerlich, denn die Leute fragen nach Tools und ich kann die Suite und Rapid nicht zeigen. Warum muss das bei jedem Barcamp passieren? Wer da war und nicht sehen konnte, ich zeige Euch die Software gern entweder in Berlin oder Ihr erhaltet einen Testzugang. Einfach hier einen Kommentar hinterlassen.
Was waren die anderen Themen?
Wie kann ich als Produktmanager die Anforderungen meiner SEOs bewerten?
Hierzu gab es eine kleine Debatte darüber, ob der SEO eine Gefahr für das Produkt darstellt oder ob der SEO einen wertvollen Beitrag leisten kann. Meine Meinung dazu: integriert SEO von Anfang an in die Produktentwicklung. Macht den SEO zum Teil Eures Teams und Eures Erfolges. Er sorgt dafür, dass Ihr Eure Produkte so baut, dass sie auf den relevanten Plätzen in der Suche gefunden werden. Er kann einen wertvollen Beitrag leisten.
Ist SEO wirklich wichtig?
JaJaJaJa WIRKLICH
Kann ich den Traffic nicht viel einfacher kaufen?
Jain, auf jeden Fall teurer. Nicht jeder Traffic kann gekauft werden. Nicht nur gibt es Nutzer, die nie auf Werbung klicken.
Welche Tools kann ich verwenden?
Hier konnte ich dann leider nicht aktiv werden. Folgende Tools hätte ich gezeigt: die Searchmetrics Suite und Searchmetrics Rapid.


Dilemmas of Product Managers 
Entweder man ist zu tief drin im Produkt oder zu weit davon entfernt? Wie weit muss man entfernt sein um die strategische Entwicklung festzulegen? Wie tief muss man im Produkt drin sein, um die Priorisierung von kleineren Features durchzuführen?
Der Referent stellt ein Dilemmagram(TM) vor. Witzig, aber irgendwie sehr deutsch.
Auf der einen Seite des Entwicklungsdilemma - das "Development driven by Concept" (Apple), auf der anderen Seite das "Development driven by customer needs". Wo ist das Dilemma?
Meine Meinung: Produktmanager kennen eigentlich keine Dilemma, sie sind in einer Matrixstruktur tätig und die Stellenbeschreibung beinhaltet es, zwischen den Stühlen zu sitzen. Dadurch dass man allerdings sitzt man zwischen vielen Stühlen (Entwicklung, Marketing, Vertrieb, Geschäftsführung) und kommt dadurch ganz gut rum. Das breite Wissen über die verschiedenen Details des Produktes ermöglicht letztlich erst die Entscheidungsfindung bei komplexen Problemen.

Langsam ist es Zeit für den See. Besten Dank an die Organisatoren. Die haben wirklich viel auf die Beine gestellt und verdienen ein ganz dickes Lob! Ich freue mich aufs nächste Camp.

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